
Unsere Schafe
Von Anfang an ein wichtiger Teil unseres Hofes
Schafe sind schon lange Teil unserer Familie, noch bevor wir unseren kleinen Hof gegründet haben. Im Jahr 2016 haben wir drei Coburger Fuchsschaflämmer von einem Bekannten zur Aufzucht bekommen, während wir in Nordbayern lebten. Was als kleine Hobbyhaltung begann, ist über die Jahre gewachsen: Heute haben wir rund 14 Mutterschafe mit ihren Lämmern.

Nachhaltige Landwirtschaft mit Schafen
Diese Tiere passen perfekt in unser Konzept der ganzheitlichen Landwirtschaft. Etwa zehn Monate im Jahr weiden sie über unsere Wiesen und Äcker, auf denen wir auch Zwischengründungen pflanzen. Mit ihrem sanften Tritt halten sie Mäuse fern und schonen gleichzeitig den Boden – das ist ein großer Vorteil im Vergleich zur maschinellen Bearbeitung. Durch die gezielte Beweidung von ein bis zwei Wochen pro Fläche wird das Gras optimal gekürzt, ohne dass es überfressen wird. Dabei düngen die Schafe den Boden, was nicht nur Insekten und Vögeln zugutekommt, sondern auch einen fruchtbaren Humus entstehen lässt, der das Wasserhaltevermögen unserer Äcker verbessert. So trägt die Schafbeweidung aktiv zum Naturschutz bei. Schon wenige Wochen nach der letzten Beweidung sprießt das Gras wieder saftig grün.
Auch in der Rebpflege setzen wir auf unsere Schafe. Sie helfen dabei, das Gras unter den Rebstöcken zu kürzen und entblättern die Pflanzen, sodass mehr Sonne zu den Trauben gelangt. Natürlich bringen sie auch hier die Vorteile ihres Dungs mit ein. Allerdings müssen wir darauf achten, dass die Schafe nicht direkt vor und während der Reifung an die Reben gelangen – schließlich schmecken ihnen die Trauben ebenso gut! Rund zwei Monate im Jahr, während der Lammzeit, verbringen unsere Mutterschafe in unserem Anzuchtgewächshaus. Dort erhalten sie hochwertiges Heu und bereiten mit ihrem Dung den Boden für die kommende Saison vor.

Besonderheiten der Coburger Fuchsschafe
Warum haben wir uns für Coburger Fuchsschafe entschieden? Es gibt viele verschiedene Schafrassen, aber diese hier haben uns einfach begeistert! Sie sind nicht nur optisch ein echter Hingucker, sondern auch sehr entspannt und robust. Ihre hervorragenden Muttereigenschaften machen sie ideal für unsere Bedingungen, und sie kommen mit kargeren Wetter- und Futterverhältnissen gut zurecht. Ursprünglich waren sie in vielen Mittelgebirgsregionen Deutschlands und Europas verbreitet. Mit dem Aufkommen populärer Fleischschafrassen ging ihre Zahl jedoch stark zurück. Glücklicherweise hat sich der Bestand mittlerweile etwas erholt und wird laut der Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen (GEH) nur noch auf der Vorwarnstufe gelistet.
Besonders bemerkenswert ist auch ihre Wolle, die bei Hobbyspinnern sehr geschätzt wird. Eine Arbeitsgemeinschaft (AG Fuchsschaf) sowie die Genossenschaft Das Goldene Vließ setzen sich aktiv für den Erhalt dieser Wolle ein. Sie ist gröber als Merinowolle und dadurch sehr wetterresistent – mit einem goldenen Schimmer und hellen oder fuchsfarbenen Haaren durchzogen. Seit 2023 züchten wir im Herdbuch, um eine Übersicht über die Genetik zu behalten und Inzucht zu vermeiden. Unser Fokus liegt auf gesunden, robusten und rassetypischen Schafen. Dabei müssen unsere Tiere nicht die größten Vertreter ihrer Rasse sein; für das Handling, wie zum Beispiel beim Klauenschnitt, bevorzugen wir den Mittelschlag.

Unsere Lämmer werden nicht gemästet, sondern dürfen bei ihren Müttern aufwachsen und erhalten wie ihre Eltern Heu und frisches Weidegras. Im Winter gibt es ab und zu hofeigenes Getreide dazu. Die männlichen Lämmer bleiben bis zur Geschlechtsreife (ca. 4 Monate) bei ihren Müttern, bevor sie in die Herren-WG umziehen. Die weiblichen Lämmer bleiben ebenfalls bei ihren Müttern.
Wenn du mehr über unsere Schafe erfahren möchtest oder Teil unserer Gemeinschaft werden willst, melde dich gerne bei uns! Lass uns gemeinsam nachhaltige Landwirtschaft leben – #meinkleinsthof oder #kennedeinenbauern